
Vorzustand vor der Restaurierung
Die Leinwand ist extrem oxidiert und brüchig, daher auch die zahlreichen Risse und Löcher, die zum Teil in der Vergangenheit bereits mit rückseitig aufgeklebten Flicken gesichert worden waren. Durch die Sprödigkeit der Fäden kann genau genommen gar nicht mehr von einem Textil gesprochen werden, denn das Gewebe hat jede Beweglichkeit und Flexibilität verloren. Die Spannkanten sind so brüchig, dass die Aufspannung genau genommen nicht mehr hält und die beulige Leinwand vom Spannrahmen zu fallen droht. Die Malschicht ist sehr verschmutzt.

Endzustand nach der Restaurierung
Alle Löcher und Risse wurden durch Intarsien und Rissverklebungen geschlossen, zur Neuaufspannung eine Randanstückung durchgeführt und die Malschichtfehlstellen gekittet und retuschiert.

Technologische Details
Beispielhaft der größte der Risse mit einem großen Substanzverlust im Vorzustand von der Vorderseite. Am oberen Ende des großen Winkelrisses ist ein großes Gewebestück verloren gegangen, dass seitdem als etwas über einen Quadratzentimeter großes Loch klafft.

Dieselbe Stelle im Vorzustand von der Rückseite

...und nach der Rissverklebung und dem Eisetzen einer Leinwandintarsie.Da die leinwand extrem spröde ist, wurden alle Risse, wie an diesem hier beispielhaft zu erkennen, mit sogenannten "Fadenbrücken" geschlossen, das heißt, es wurden die einander entsprechenden Fadenenden durch einen rückseitig auzfgeklebten neuen Leinwandfaden miteinander verbunden.
Unter "Intarsie" versteht man das Einsetzen eines neuen Leinwandgewebestücks in ein Loch der Originalleinwand, wie hier am oberen Ende des Winkelrisses. Daür wurde hier eine Leiwand, die in Gewebeart und Fadenstärke der Originalleinwand entspricht, der Lochfrom entsprechend zurechtgeschnitten, wobei aber an allen vier Seiten die Fadenenden der Kett- bzw. Schußfäden länger belassen wurden, so dass sie auf die Originalleinwand geklebt werden konnten und so eine stabile Verbindung zum Originalgewebe darstellen.
vorheriges oder nächstes Restaurierungsbeispiel